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25. Juni 2015 Welttag des Seefahrers

Resilienz-WoMenPower-NLDiesen Welttag des Seefahrers nehme ich zum Anlass, eine kleine Besonderheit von einer Gruppe Mitmenschen, den Seenomaden, zu erzählen. Die Zeitschrift der Meere, mare, legt für Abonnenten immer ein Extrablatt mit sogenannten „Hausnachrichten“ bei. Sie liefern zu einigen Artikeln Zusatzinformationen. In der Ausgabe April/Mai 2015 der Hausnachrichten habe ich Informationen zu den Werthaltungen dieser besonderen Seefahrer gefunden. Die Autorin, Milda Drüke, hat persönlich Erfahrungen über einen längeren Zeitraum gesammelt und schreibt: „Seenomaden kritisieren und belehren andere nicht. Deshalb dauerte es sehr lange, bis sich ein Mann bereit fand mir zu sagen: Ein Seenomade ist ein freier Mensch, selbstbestimmt, einer, dem man nicht sagt, was er tun soll … . Kein Seenomade wollte besser wissen oder besser sein. Es gab keinen Häuptling und keinen Boss. Alle waren Gleiche unter Gleichen. Ihre Kinder unterwiesen sie nicht mit Worten oder praktischer Anleitung, wie Machete, Feuer und Harpune zu handhaben sind. Die Kinder schauten ihren Eltern zu und ahmten sie nach. Auch mir erklärten sie nichts, außer, ich bat darum. Nie kündigten sie an, was sie vorhatten. So habe ich von den Zackenbarschen und ihrer Reise nach Hongkong erst im Kanu des Mannes erfahren, der sich aufmachte, sie zu fangen.“

Dieser kleine Auszug hat mich sehr neugierig gemacht, weil die Maxime, keine Kritik zu üben, für uns sehr ungewohnt ist. Kritik kommt gern mit dem Label „konstruktiv“ daher – wir scheinen oft ohne das Quentchen Verbesserung nicht zurechtkommen zu können oder wollen. Dabei fehlt mir oft der Respekt und die Anerkennung vor dem bereits Erreichten. Das Innehalten und die Würdigung der gemachten Schritte. Dem Streben nach Entwicklung hingegen kann ich besser folgen. Kritik – welcher Art auch immer – spielt hierbei eine eher untergeordnete Rolle.